Das blaue Brautkleid aus Greifswald

Wenn man als Museum eine professionelle Kulturinstitution sein möchte, die diesen Namen auch verdient, gehören dazu einige Voraussetzungen. Neben angemessenen Ausstellungsräumen und einem vielfältigen Vermittlungsangebot gehört hierzu in jedem Fall auch eine eigene Sammlung. Zugrunde liegt ein Sammlungskonzept, welches dem Profil des jeweiligen Museums entspricht. Im Falle des DDR Museum umfasst das Sammlungsgebiet sämtliche Zeugnisse, die den Alltag in der Deutschen Demokratischen Republik sowie der Sowjetischen Besatzungszone (SBZ) dokumentieren. Unser Ziel ist es, mithilfe von Objekten aus unserer Sammlung die Kenntnis über das Leben in der DDR durch wissenschaftliche Forschung und die entsprechende Vermittlung in unserer Ausstellung zu fördern.
von Maria Bartholomäus (13.07.2015)

Wenn man als Museum eine professionelle Kulturinstitution sein möchte, die diesen Namen auch verdient, gehören dazu einige Voraussetzungen. Neben angemessenen Ausstellungsräumen und einem vielfältigen Vermittlungsangebot gehört hierzu in jedem Fall auch eine eigene Sammlung. Zugrunde liegt ein Sammlungskonzept, welches dem Profil des jeweiligen Museums entspricht. Im Falle des DDR Museum umfasst das Sammlungsgebiet sämtliche Zeugnisse, die den Alltag in der Deutschen Demokratischen Republik sowie der Sowjetischen Besatzungszone (SBZ) dokumentieren. Unser Ziel ist es, mithilfe von Objekten aus unserer Sammlung die Kenntnis über das Leben in der DDR durch wissenschaftliche Forschung und die entsprechende Vermittlung in unserer Ausstellung zu fördern.

Eine museale Sammlung zu haben bedeutet natürlich immer, dass diese stetig anwächst. Neue Objekte können auf verschiedenen Wegen dazu kommen. Es ist zum Beispiel üblich, Objekte mit anderen Museen zu tauschen oder als Schenkung zu überlassen. In einzelnen Fällen, bei besonders wertvollen oder einzigartigen Objekten, kommen Dinge auch durch einen Kauf in die Sammlung. In den häufigsten Fällen jedoch werden uns Neuzugänge gespendet. So kam auch das außergewöhnliche blaue Hochzeitskleid zu uns.

Als die Spenderin uns aus Greifswald kontaktierte und uns ihr altes Kleid anbot, prüften wir zunächst unseren vorhandenen Bestand und ob das Objekt in unser Sammlungskonzept passt. Gern nahmen wir daraufhin die Spende an. Nach Einlieferung der Sendung in unser Depot untersuchten wir den Zustand des Kleids und nahmen es schließlich in unsere museale Datenbank auf. Das Brautensemble besteht zusätzlich zum Kleid noch aus einem Überrock, einem Diadem, zwei Haarkränzen und drei Ansteckblüten. Zum Objekt selbst gehört natürlich immer auch eine Geschichte. Diese zu kennen und zu dokumentieren ermöglicht es dem Museum, die spannendsten Informationen heraus zu filtern und den Besuchern zu vermitteln. Auch unser blaues Hochzeitskleid hat solch eine Geschichte. So kaufte die Spenderin es damals im einzigen Brautwarengeschäft in Greifswald für EVP 160M – ein stolzer Preis für ein besonderes Stück Stoff! Der Laden führte noch Ausführungen in den Farben rot und weiß und existiert übrigens noch heute. Die Hochzeit fand im September 1989 statt.

Wenn auch Sie uns Dinge spenden möchten, kontaktieren Sie uns gern per Mail, auf Facebook oder telefonisch. Wir freuen uns auf Ihre Objekte und Geschichten!

 

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