Benzin für die DDR - die Marke Minol und der Minol Pirol

Um Kraftfahrzeuge flächendeckend mit Treibstoff zu versorgen ist ein großes Tankstellennetz nötig. Infolge des Ausgangs des Zweiten Weltkriegs wurde das bestehende Netz von Tankstellen in den verschiedenen Besatzungszonen aufgeteilt, nachdem anfänglich das Tankstellengeschäft durch die westdeutsche Marke "Gasolin“ in allen Besatzungszonen betrieben wurde. Im Jahr 1949 wurde für die Sowjetische Besatzungszone das Unternehmen und die Marke „Minol“, eine Wortschöpfung aus den Anfangsbuchstaben von Minerale und Oleum (lateinisch für Öl), gegründet. Gründungsgesellschaften waren seinerzeit die Deutsche Kraftstoff- und Mineralölzentrale (DKMZ) sowie die Deutsch-Russische Naphta AG (DERUNAPHT). Schnell wurde die neue Marke bekannt, die Gründung eines entsprechenden Kombinats, dem „VEB Kombinat Minol“ zum 1. Januar 1956, war die logische Konsequenz. Fortan war Minol für die DDR weite Versorgung mit Kraft- und Schmierstoffen zuständig. Die Zentrale des Kombinats lag in Berlin auf dem Alexanderplatz. Dort stand bis 1968 das „Minolhaus“, bevor es im Zuge der Umgestaltung des Alexanderplatzes abgerissen wurde. Produziert wurden die Mineralölprodukte von Minol in den Leunawerken.
von Jörn Kleinhardt (13.10.2016)

Um Kraftfahrzeuge flächendeckend mit Treibstoff zu versorgen ist ein großes Tankstellennetz nötig. Infolge des Ausgangs des Zweiten Weltkriegs wurde das bestehende Netz von Tankstellen in den verschiedenen Besatzungszonen aufgeteilt, nachdem anfänglich das Tankstellengeschäft durch die westdeutsche Marke "Gasolin“ in allen Besatzungszonen betrieben wurde. Im Jahr 1949 wurde für die Sowjetische Besatzungszone das Unternehmen und die Marke „Minol“, eine Wortschöpfung aus den Anfangsbuchstaben von Minerale und Oleum (lateinisch für Öl), gegründet. Gründungsgesellschaften waren seinerzeit die Deutsche Kraftstoff- und Mineralölzentrale (DKMZ) sowie die Deutsch-Russische Naphta AG (DERUNAPHT). Schnell wurde die neue Marke bekannt, die Gründung eines entsprechenden Kombinats, dem „VEB Kombinat Minol“ zum 1. Januar 1956, war die logische Konsequenz. Fortan war Minol für die DDR weite Versorgung mit Kraft- und Schmierstoffen zuständig. Die Zentrale des Kombinats lag in Berlin auf dem Alexanderplatz. Dort stand bis 1968 das „Minolhaus“, bevor es im Zuge der Umgestaltung des Alexanderplatzes abgerissen wurde. Produziert wurden die Mineralölprodukte von Minol in den Leunawerken.

 

Ein Maskottchen mit großem Schnabel

Um den Bekanntheitsgrad und die Beliebtheit der heimischen Schmier- und Treibstoffe zu erhöhen, sollte Ende der 1950er Jahre ein Maskottchen die Produkte aus Leuna bewerben. Im Jahr 1960 entwickelte der Puppengestalter Heiner Knappe die Figur „Minol Pirol“ im Puppenstudio des Deutschen Fernsehfunks (DFF). Die Figur kam anfänglich als eine Mischung eines Pirols und einer Ölkanne daher, später wurde die Figur leicht abgewandelt und hatte mehr Ähnlichkeiten mit dem Vogel. Der Pirol wurde übrigens wegen seinem langen Schnabel und dem Gleichklang auf die Marke „Minol“ als Vorbild auserkohren. Die niedliche Figur schaffte es sogar zum beliebten Fernsehstar und war als Trickfilmfigur in zahlreichen Werbefilmen als Ratgeber zugegen. Diese kurzen Filmchen liefen in der überaus beliebten Sendung „Tausend-Tele-Tips (TTT)“ zwischen 1960 und 1976.

 

Modernisierung des Minol Pirols

Von der Figur des „Minol Pirol“ gab es natürlich diverse Ausführungen. In unserem Sammlungsbestand haben wir sowohl die alte als auch die neuere Form des berühmten Vogels. An der mit Filz überzogenen Steingutfigur auf dem Foto ist gut die Mischung aus dem Vogel und der Ölkanne, also die ursprüngliche Form der Figur zu erkennen. Als Kopfbedeckung trägt der Vogel die Mütze eines Tankwarts. Im Kontrast dazu steht die Figur auf dem zweiten Bild. Diese komplett aus Kunststoff gefertigte Version des Pirols ist deutlich von Ersterer zu unterscheiden. Besonders markant sind die Unterschiede der Gesichtszüge. So hat die überarbeitete Version des Minol Pirols einen viel ausgeprägteren Schnabel. Zudem wurde die Kopfbedeckung der Zeit angepasst. Die Werbefigur trägt nun eine moderne Schirmmütze.

 

Auflösung der Volkseigenen Betriebe

In den 1980er Jahren hatte Minol ein Netz aus 1300 Tankstellen auf dem Gebiet der DDR. Mit der politischen Wende und der deutschen Wiedervereinigung kam dann das schnelle Ende von Minol. Im Zuge der Privatisierung der DDR-Wirtschaft wurde Minol mitsamt der Leunawerke im Januar 1993 an den französischen Mineralölkonzern Elf Aquitaine und die deutsche Thyssen Handels Union AG verkauft, wobei die Anteile zu 98% bei den Franzosen lagen. Der großangelegte Handel wurde von der Leuna-Affäre überschattet.

 

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