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Chemnitz

Heute stellen wir Ihnen aus der Reihe „Tourismus in der DDR“ die Stadt Chemnitz vor, die zu DDR-Zeiten den Namen „Karl-Marx-Stadt“ trug. Lernen Sie die Stadt in Sachsen besser kennen! von Esra Kurtoglu (17.02.2017)

 

Chemnitz liegt in Sachsen und ist nach Leipzig und Dresden die drittgrößte Großstadt Sachsens. In den Jahren 1953 bis 1990 trug die Stadt den Namen Karl-Marx-Stadt, benannt nach dem Philosophen Karl Marx. Dieser hat die Stadt selbst nie besucht, weshalb der Name unter anderem mit der Arbeiterbewegung in Chemnitz begründet wurde. Die Umbenennung entschieden das Zentralkomitee der SED und die Regierung der DDR – die Bürger hatten kein Mitspracherecht. Nach dem Fall der Mauer, im Jahr 1990, konnten dann die Bürger der Stadt für eine erneute Umbenennung stimmen und entschieden mehrheitlich für den alten Namen Chemnitz.

 

Sehenswürdigkeiten

Das einzige, was in der ehemaligen Karl-Marx-Stadt an den Philosophen erinnert, ist das Karl-Marx-Monument. Die Portraitbüste aus Bronze ist 7,10 Meter (mit Sockel 13 Meter) hoch, wiegt 40 Tonnen und wurde im Sozialismus errichtet. Heute ist das Monument eine gefragte Sehenswürdigkeit in Chemnitz und eines der beliebtesten Fotomotive für Touristen. Entworfen und geschaffen wurde es von dem sowjetischen Bildhauer Lew Kerbel.

Das älteste Wahrzeichen Chemnitz‘ wurde im 12. Jahrhundert als Wohnturm und Eigenbefestigung erbaut, später wurde er Teil der Stadtbefestigung: Der Rote Turm. Seinen Namen erhielt der Turm wegen seiner roten Backsteine und den einst roten Dachziegeln. Im frühen 19. Jahrhundert wurden die Stadtbefestigungsanlagen nach und nach abgetragen, doch der Rote Turm blieb erhalten, da er zu dieser Zeit als Gefängnis genutzt wurde. Bei Bombenangriffen im Zweiten Weltkrieg brannte der Turm dann leider aus, wurde aber schon zwischen 1957 und 1959 wieder aufgebaut.

In den Jahren 1969 bis 1974 errichtete man die Stadthalle, die für kulturelle Veranstaltungen, Messen, Ausstellungen, Kongresse und Tagungen genutzt wird. Zu dem Gebäudekomplex gehört ein Hotel, das zu DDR-Zeiten das Interhotel „Kongreß“ (siehe Foto) war und heute das „Mercure Hotel Kongress Chemnitz“ beherbergt.

Ebenfalls sehr sehenswert ist das das Rathaus-Ensemble aus dem Alten Rathaus und dem Neuen Rathaus. Das Alte Rathaus entstand 1496–1498 und das Neue Rathaus wurde wegen des starken Wachstums der Stadt als Industriestandort und Handelsmetropole zwischen 1908 und 1911 als Ergänzung erbaut.

 

Museen

In den Themengebieten Kunst und Kultur hat Chemnitz viele Museen zu bieten. Einen Überblick an Museen finden Sie hier. Folgende Museen vermitteln die Entwicklung und Geschichte der Stadt.

Für Kunstliebhaber sind die Kunstsammlungen Chemnitz im König-Albert-Museum am Theaterplatz ein beliebter Anlaufpunkt, da das Museum 70.000 Exponate beherbergt und eine große Auswahl an Werken von unterschiedlichen Künstlern hat.

Das Schlossbergmuseum gehört ebenfalls zu den Kunstsammlungen Chemnitz und vermittelt die Stadtgeschichte durch von Ausstellungen zu historischen Themen. Im großen Renaissance-Saal, der mit 600 Quadratmetern zu den größten Museumssälen Sachsens zählt, befindet sich die ständige Ausstellung zur Chemnitzer Stadtgeschichte.

Erst im Mai 2014 wurde das Staatliche Museum der Archäologie in Chemnitz eröffnet, das neben Sonderausstellungen auch eine Dauerausstellung hat, in der archäologische Landesschätze Sachsens gezeigt werden und die Entwicklung Sachsens präsentiert wird. Das Museum bietet auf drei Etagen Platz für über 6.000 Exponate, die die Menschheitsgeschichte von der Altsteinzeit bis ins frühe Industriezeitalter veranschaulichen.

 

Ausflugstipps

Etwas außerhalb vom Zentrum der Stadt finden Sie den Stadtteil Rabenstein, der einen Ausflug wert ist! Die Burg Rabenstein wurde um 1170 gegründet und ist die kleinste mittelalterliche Burg Sachsens. Ehemals war die Burg eine Wasserburg, von der nur noch die Oberburg mit Bergfried und dem palastartigen Ostflügel erhalten ist. Heute werden in der Burg wechselnde Ausstellungen gezeigt, es finden Veranstaltungen statt und Sie können sich Wandmalereien aus den Anfängen des 17. Jahrhundert ansehen. Außerdem werden Burgführungen, Projekttage für Kinder und Frühlings- sowie Herbstfeste angeboten.

Tropfsteinhöhlen sind sehr beeindruckende Naturschauspiele, die es auch in Rabenstein gibt und zu besichtigen sind. Die Felsendome Rabenstein führen 700 Meter tief in ein Besucherbergwerk, die Sie im Rahmen einer Führung bestaunen können. Ein Highlight für einige Touristen oder Bewohner ist das Höhlentauchen, bei dem Sie die Unterwasserbergwelt bewundern können. Da es unter Wasser relativ dunkel ist, ist das Höhlentauchen eher etwas für Mutige.

Für Wanderer bietet sich der Rabensteiner Wald sehr gut an, da dieser wunderbare Wanderwege besitzt. Am Stausee Rabenstein kann man sich im Sommer beim Baden abkühlen und den Tag verbringen.

Auf der Webseite der Stadtverwaltung und auf der Chemnitzer Wirtschaftsförderungs- und Entwicklungsgesellschaft mbH können Sie sich noch umfangreicher über die Stadt informieren!

 

Literaturquellen:

  • Bruno Benthien (Hg.): "Reiseführer DDR". 1. Auflage. Berlin/Leipzig: VEB Tourist Verlag, 1990. S. 408-414.
  • Stadtverwaltung Chemnitz (Hg.): "Chemnitz. Stadt der Moderne". URL: http://www.chemnitz.de/ (Stand: 14.02.2017).
  • CWE - Chemnitzer Wirtschaftsförderungs- und Entwicklungsgesellschaft mbH (Hg.): "Chemnitz Tourismus". URL: http://chemnitz-tourismus.de/ (Stand: 14.02.2017).

Bildquelle:

  • Bruno Benthien (Hg.): "Reiseführer DDR". 1. Auflage. Berlin/Leipzig: VEB Tourist Verlag, 1990. S. 410.

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