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Berliner Mauer

Berliner Mauer Berliner Mauer Berliner Mauer

In der Nacht vom 12. zum 13. August 1961 gingen kurz nach Mitternacht am Brandenburger Tor die Lichter aus. Mannschaftswagen mit bewaffneten Soldaten rollten heran, das Straßenpflaster aufgerissen, Betonpfähle eingerammt und Stacheldraht ausgerollt. Die wenigen Nachtschwärmer, die den Vorgang fassungslos verfolgten wurden abgedrängt. Westberlin wurde innerhalb weniger Stunden vollständig abgeriegelt. Allerdings verkehrten die Züge ins Bundesgebiet weiter normal. Auch der Luftverkehr war nicht beeinträchtigt. Dies war ein Zeichen an die Westalliierten, deren Rechte nicht beeinträchtigt werden sollten. Was niemand für möglich gehalten hatte und auch im Rückblick für die Nachgeborenen schwer vorstellbar ist – die Stadt Berlin war durch Sperranlagen aus Stacheldraht, Mauern und Wachtürme geteilt. Wie hat es dazu kommen können?

Mauerverlauf - die Teilung Berlins

Während des Zweiten Weltkrieges hatten sich die Mächte der Anti-Hitler-Koalition über eine Aufteilung Deutschlands in vier Besatzungszonen geeinigt. Es sollte nach dem Sieg über Hitler vier Besatzungszonen – eine sowjetische, eine amerikanische, eine britische und eine französische – geben. Analog dazu wurde die Reichshauptstadt Berlin in vier Sektoren geteilt. Zunächst existierte eine gemeinsame Verwaltung. Doch mit dem Beginn des Kalten Krieges gingen die beiden Teile der Stadt eigene Wege. Der Sowjetsektor wurde entgegen alliiertem Recht 1949 erst faktisch dann auch nominell Hauptstadt der DDR. Der Westteil übernahm unter der Hoheit der nun Schutzmächte genannten Westalliierten die innere Ordnung der Bundesrepublik. Dennoch blieb die Sektorengrenze zunächst offen. Wer den weißen Strich auf der Straße überquerte, war in einer anderen Welt. Die Grenzpolizisten warfen nur einen flüchtigen Blick in den Ausweis oder in die Einkaufstasche, um angebliche oder tatsächliche Schwarzhändler dingfest zu machen. Auch war es Ostberlinern und DDR-Bürgern möglich, im Westen zu arbeiten, einzukaufen oder ins Kino zu gehen. Vor allem aber war Berlin für viele DDR-Bürger das Schlupfloch in den Westen. Vier bis fünf Millionen Ostdeutsche entschieden sich in den Jahren von 1949 bis 1961 für diesen Weg ohne Wiederkehr. Die DDR drohte regelrecht auszubluten. Zwar verkündete Walter Ulbricht am 15. Juni 1961 vor der Weltpresse: „Niemand hat die Absicht, eine Mauer zu errichten“. Doch gerade solche Ankündigungen beförderten die Torschlusspanik. Die SED-Führung hatte im Grunde keine Wahl mehr. Wollte sie ihren Staat retten, musste sie die Grenze sperren.

Die sicherste Grenze der Welt

Rund um Westberlin zog sich nun eine Grenze von einmaliger Brutalität. Die eigentliche aus Betonsegmenten bestehende Mauer war auf der Ostseite durch ein weiträumiges Sicherungssystem geschützt. Der geharkte Todesstreifen war durch Hundelaufgatter gesichert und nachts durch Flutlichtanlagen erhellt. Noch vor diesen Anlagen waren Gitterzäune mit Signaldrähten aufgestellt. Tag und Nacht patroulierten Doppelposten oder beobachteten von Wachtürmen aus die Grenze. Auf Flüchtlinge wurde scharf geschossen und rund hundert Menschen – die genaue Zahl ist umstritten – bezahlten in Berlin den Fluchtversuch mit ihrem Leben. Die Berliner Mauer wurde technisch immer perfekter und politisch immer mehr zum Anachronismus. Die DDR verkaufte ihre politischen Häftlinge, ließ manchen Ausreiseantragsteller ziehen und gewährte nach Gutdünken Westreisen bei besonderen familiären Anlässen. Doch an der latenten Androhung brutaler Gewalt durch das Grenzregime an der Berliner Mauer änderte sich bis in die Novembertage 1989 nichts.