Protokoll des Jagens
»Es gibt alles zu kaufen«, witzelten die Leute, »nur nicht immer und überall und
schon gar nicht, wenn man es gerade braucht.« In der Tat produzierte die
DDR-Wirtschaft viele Produkte von Weltniveau und sie war das wirtschaftlich
fortgeschrittenste Land der Ostblock-Staaten. Ging man jedoch in die
Geschäfte und Kaufhallen des sozialistischen Einzelhandels, war von Wirtschaftskraft
nicht viel zu spüren.

"Mein Lieblingsexponat in der Dauerausstellung, weil es absolut einzigartig und aufschlussreich ist!"
Robert Rückel, Direktor
Grund für den Mangel war die Planwirtschaft, die eine ineffiziente Produktion
und eine schwerfällige Bürokratie zur Folge hatte. Alle Waren wurden von
oben zugeteilt, unten kam ein Großteil davon an völlig falscher Stelle an. Manche
Produkte bekamen die Konsumenten kaum zu Gesicht, weil sie für den Export
bestimmt waren.
Ingeborg Lüdicke hat diesen Mangel fast täglich dokumentiert - ihr Tagebuch des Mangels ist ein einzigartiges Zeitdokument, weil es zeigt, was es nicht gab...








































